DJV: „Knebelbedingungen für Journalisten“

DJV: „Knebelbedingungen für Journalisten“

Ein Ende tarifloser Zustände in zahlreichen Zeitungsverlagen fordert der Deutsche Journalisten-Verband mit einer ungewöhnlichen Aktion.

Aktivisten der Journalistengewerkschaft starteten gestern  in der Innenstadt von Erfurt eine Tournee unter dem Motto „Journa­lismus ist mehr wert“, die bis Ende März durch zehn weitere Städte in mehre­ren Bundesländern ziehen wird. Jeweils ab ca. 18.00 Uhr wird eine Video­show auf eine zentral gelegene Hausfassade projiziert. Die Bildsequenzen zeigen, warum tariflose Arbeitsbedingungen mit hochwertigem Zeitungs­journalismus unvereinbar sind. Für die Dauer von etwa einer Stunde erleuchten die Bilder die abendliche Szenerie. Gleichzeitig verteilen DJV-Kollegen die neueste Ausgabe ihrer Zeitung „Pranger“, die besonders drastische Beispiele von Tarifflucht der Verlage schildert.

Anlass der Aktion ist die anhaltende Flucht von Zeitungsverlagen aus der Geltung der Tarifverträge, die der Verlegerverband mit den Journalistengewerkschaften DJV und dju abgeschlossen hat. Die Folge sind weniger Urlaubstage für die Zeitungsredakteure und bis zu 1.000 Euro weniger Gehalt pro Monat. Der DJV spricht in dem Zusammenhang von „Dumping-Konditionen, mit denen sich auf Dauer der Qualitätsjournalismus nicht erhal­ten lässt“.

„Wir meinen, dass die Bürger wissen sollten, zu welchen Knebelbedingungen die Journalisten ihrer Zeitung arbeiten müssen“, sagt DJV-Bundes­vorsitzender Michael Konken. Informationen liefern die Videoshow und der „Pranger“, für Gespräche und Fragen der Bürger stehen die DJV-Aktiven am Abend der „Pranger“-Aktion vor Ort zur Verfügung.

Die nächsten Stationen der „Pranger“-Tournee sind am 25. Februar Gießen und am
26. Februar Bremen. Im März stehen Städte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg auf dem Programm.

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