„Für die journalistische Unabhängigkeit ist in erster Linie jeder Journalist selbst verantwortlich“

„Für die journalistische Unabhängigkeit ist in erster Linie jeder Journalist selbst verantwortlich“

Was ist guter Journalismus? Roland Freund ist Chef Inland der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Im Interview spricht er über das Selbstverständnis der dpa, Redaktionsstatute und Qualität im Journalismus.

Herr Freund, denken Sie, dass die wirtschaftliche Abhängigkeit mancher Zeitungen gegenüber großen Anzeigenkunden aus Wirtschaft oder Industrie zum Verlust der Pressefreiheit führen kann?
Ich würde sagen, für die journalistische Unabhängigkeit ist in erster Linie jeder Journalist selbst verantwortlich. Das fängt im Alltag an: Lasse ich mich von Unternehmern oder Politikern, über die ich berichte, einladen? Lasse ich wichtige Fakten aus meinem Artikel raus, weil sie vielleicht nicht in meine Geschichte oder mein Bild passen? Bringe ich eine Gefälligkeitsgeschichte, weil ich mir beim nächsten Mal von meiner Quelle irgendwelche Vorteile verspreche? Und dann gibt es sicher die von außen drohenden Gefahren der Einflussnahme und der Ab hängigkeiten – aber dafür gibt es, würde ich sagen, Chefredakteure mit Rückgrat, die müssen ihren Redaktionen den Rücken stärken.

Haben die meisten Chefredaktionen in Deutschland Rückgrat?
Ich kenne sehr viele Chefredakteure mit Rückgrat. Also lautet meine Antwort: Ich denke mal ja.

Bei einem so umfassenden Service auf der einen Seite und zurückgehenden Mitarbeiterzahlen in den Redaktionen auf der anderen Seite – werden da nicht immer mehr dpa-Meldungen 1:1 abgedruckt?

Darüber führen wir keine Statistik. Man kann aber sicher sagen, dass es bestimmte Zeiten gibt, in denen Redaktionen verstärkt auf unsere Arbeit zurückgreifen, zum Beispiel an den Wochenenden oder an den Feiertagen. Das Gleiche gilt auch, wenn es überraschende Ereignisse zu späten Zeiten, Andruckzeiten oder sehr früh morgens gibt. Wann immer eine Redaktion also nicht gut besetzt ist, dann ist die Sternstunde einer Agentur – das ist ganz klar.

Das komplette Interview lesen Sie bei AKAD.Das Hochschulmagazin. Titelthema: Medien – Die vierte Macht

 

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  • Solarkritiker

    Sie sagen: „Ich kenne sehr viele Chefredakteure mit Rückgrat.“ Nennen Sie mir mal NUR EINEN !! Ich kenne KEINEN !! Kennen Sie EINEN, der die bundesdeutsche Justiz kritisieren würde, weil das NRW-Justizministerium (und auch Richter) seit 2002 einen Solarverkäufer mit dem Richterprivileg (Art. 97 GG) verfassungswidrig straflos gestellt haben?? Kennen Sie einen Journalisten, der „dieses Rückgrat“ hat und die bundesdeutsche Öffentlichkeit über diesen Rechtsbruch hochrangiger Juristen in Deutschland informiert…????

    Nennen Sie mir NUR EINEN mit diesem notwendigen Rückgrat…

    Ich musste Deutschland im November 2012 fluchtartig verlassen, weil ALLE (!) Journalisten (die ich kenne) bei den kriminellen Machenschaften von Politik und Justiz mitgemacht haben…

    Nocheinmal: Nennen Sie mir nur EINEN !!