Kinder für die Pressefreiheit

Kinder für die Pressefreiheit

Über die Bundesregierung und ihr verabschiedetes „Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit im Straf- und Strafprozessrecht“ (PrStG) sind Experten geteilter Meinung. Und die mitunter gängige Zensur an Schülerzeitungen – insbesondere in Bayern – ist skandalös. Eindeutig positiv ist dagegen die von der Bundesregierung ins Leben gerufene Nationale Initiative Printmedien: Im Kontext des Schülerwettbewerbs „Pressefreiheit – Was geht es mich an?“ entstanden diese eindrucksvollen Bilder.

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Pressefreiheit kann man nicht einsperren. Veit Stang, 8. Klasse, Petrischule.

Kinder, Jugendliche und Pädagogen füllen diese Initiative mit Leben: Wie die Schüler der Thüringer Petrischule und ihre Lehrer Pia Schulze und Karsten Michel.

Die Kunst- und Deutschlehrerin hat gemeinsam mit ihrem Kollegen die Teilnahme am Schülerwettbewerb angeregt, Schüler von der 7. bis zur 10. Klassenstufe haben sich daran beteiligt. Das Ergebnis sind ehrliche und direkte Bilder und Karikaturen, die das Thema Pressefreiheit und seine vielfältigen Aspekte auf den Punkt bringen – und zwar treffender als viele Journalisten es in Worte fassen können.

„Ohne Pressefreiheit wäre eine Demokratie nicht möglich“, erklärt Pia Schulze ihr Engagement für dieses Projekt. „Was Diktatur heißt“, so die Pädagogin, „weiß ich, da ich 1955 in Mühlhausen geboren bin. Da war alles ,was in der Zeitung stand, ‚wahr‘.“ Die Schüler haben die Bilder im Kunstunterricht von Pia Schulze erarbeitet und als Beitrag für den Schülerwettbewerb eingereicht. Erstaunlich ist, wie klar und aussagekräftig die Schüler unterschiedliche Aspekte der Pressefreiheit verdeutlichen. Julia Wolff, aus der 10. Klasse, zeigt mit ihrem Bild „Die Wahrheit muss raus! Doch die Privatsphäre muss bleiben“ das gelegentlich schwierige Verhältnis von Pressefreiheit und Persönlichkeitsrecht, mit dam sich auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) in regelmäßigen Abständen beschäftigt.

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Die Privatsphäre muss bleiben. Julia Wolff, 10. Klasse, Petrischule.

Und spielt Anusch Aramyan, 7. Klasse, mit ihrem Bild „Die nackte Wahrheit“ nicht deutlich auf Teile der Presselandschaft an, die mit Nacktheit gezielt Auflage (und Klicks) machen?

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Die nackte Wahrheit. Anusch Aramyan, 7. Klasse, Petrischule.

Und das Sprichwort Kindermund tut Wahrheit kund gilt wohl auch für Paul Leifheit und sein Bild „Der Presse sind manchmal die Hände gebunden“. Die Redaktion von Pressefreiheit in Deutschland ist der Auffassung, dass der Slogan von Vivien Böttger „Such Dir Deine Meinung“ kampagnenfähig ist, wir würden ihn gerne verwenden.

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– Und jeder Journalist, der sich mit dem Konstruktivismus und mit journalistischen Beiträgen als „Wirklichkeitskonstruktionen“ befasst hat, muss vom Bild mit dem Titel „WAHRHEITEN“ begeistert sein.

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WAHRHEITEN.

„Nimm kein Blatt vor den Mund“, „Kämpfe für die Wahrheit“ und „Lass die Wahrheit raus!“ sind frische Forderungen, die jedem Journalisten seine beruflichen Ideale zurück in sein Bewusstsein holen.

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Nimm kein Blatt vor den Mund. Von Lea Hinz.

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Kämpfe für die Wahrheit.

Denn „Ohne Presse keine Information“, stellt Christian Voß aus der 7. Klasse zutreffend fest.

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Stop! Ohne Presse keine Information. Paul Leifheit, 7. Klasse, Petrischule.

Sie alle machen das deutlich, was Veit Stang als Schwerpunkt gewählt hat: „Pressefreiheit kann man nicht einsperren“. Und ja, Julia-Aisha Henning, „Presseenten“ gehören selbstverständlich „in die Pfanne“. Selbst das Thema der gezielten Desinformation durch Teile der Presse entgeht den jungen Menschen nicht.

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Presseenten in die Pfanne! Julia-Aisha Henning, 7. Klasse, Petrischule.

Der Suchülerwettbewerb der Nationalen Initiative Printmedien findet jährlich statt. Die siegreichen Schulklassen gewinnen eine zweitägige Reise nach Berlin. Sie schließt unter anderem einen Besuch des Deutschen Bundestages und die Siegerehrung im Rahmen des Jahrestreffens der Initiative im Bundeskanzleramt ein.

Über den Autoren Björn Bendig

 

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