Pressefreiheit: Morddrohungen via Todesanzeigen – Nazis gegen Journalisten

Pressefreiheit: Morddrohungen via Todesanzeigen – Nazis gegen Journalisten

Rechtsextreme haben falsche Todesanzeigen von Journalisten ins Internet gestellt. Eine neue Dimension der Hetze gegen Medien. Die Drohungen stammen offenbar aus der Dortmunder Neonazi-Szene. NRW-Innenminister Ralf Jäger sieht einen Angriff auf die Pressefreiheit. Die Polizei spricht von einer Annäherung der braunen Szene an „historische Vorbilder“.

Mehrere Journalisten erhielten am Montagabend (02.02.2015) via Twitter und Facebook Todesanzeigen – jeweils mit ihren Namen, wie die Polizei am Dienstag (03.02.2015) bestätigte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Die Jagd ist eröffnet

„Die Hetze von Rechtsextremisten gegen Journalisten in Dortmund ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Sie ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt“, sagte NRW-Innenminister Jäger, „Mit diesen Nazimethoden sollen Journalisten gezielt eingeschüchtert werden. Dagegen geht die Dortmunder Polizei entschlossen vor“, so Jäger weiter.

Bereits seit Wochen werden derartige Todesdrohungen gegen Pressevertreter über Accounts mit Namen wie „Jagd jetzt eröffnet“ in sozialen Medien verbreitet. In einer der Annoncen wird gedroht, der Reporter werde „elendig verrecken“. Die jüngsten Anzeigen sind unterzeichnet mit „Nationaler Widerstand“.

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„Widerlicher geht’s kaum noch“

Der Deutsche Journalisten-Verband fand klare Worte: „Widerlicher geht’s kaum noch“, erklärte Pressesprecher Hendrik Zörner. „Die betroffenen Kollegen haben klar gestellt, dass sie sich von den unverhohlenen Drohungen nicht einschüchtern lassen. Gut so!“ Über neonazistische Umtriebe zu berichten sei Kernaufgabe eines kritischen Lokaljournalismus.

Als Unterzeichner der Todesanzeigen fungiert der „Nationale Widerstand“, eine seit 2012 verbotene rechtsextreme Organisation. Auch die gleich mit verbreitete Werbung für einen rechtsextremen Dortmunder Internet-Versandhandel auf den Anzeigen spricht für die Urheberschaft der lokalen Neonazi-Szene.

 

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  • Peha

    Sorry auf welche Pressefreiheit? Deutschland muss erstmal eine Pressefreiehit einführen wenn sie sich darauf berufen will!