Pressefreiheit: Schülerzeitungen werden oft zensiert – in Bayern sind es mehr als ein Drittel

Pressefreiheit: Schülerzeitungen werden oft zensiert – in Bayern sind es mehr als ein Drittel

Am Tag der Pressefreiheit lohnt sich immer ein Blick vor die eigene Haustür. Klaus Minhardt vom Deutschen Journalistenverband (DJV) in Berlin Brandenburg wirft einen Blick auf die Zensur an deutschen Schülerzeitungen:

Ein Zwölfjähriger musste wegen der Beschneidung der Pressefreiheit vor Gericht ziehen. Er hatte eine eigene Schülerzeitung gegründet, da die bereits existierende länger nicht mehr produziert wurde. Das gefiel der Schulleitung nicht und man verbot das Blatt. Erst der Weg vor ein Gericht verhalf dem Jungen zu seinem Recht.

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Eingriffe in die Pressefreiheit sind an Deutschlands Schulen keine seltenen Einzelfälle, sondern eher Normalität. Das ergibt sich aus der Bachelor-Arbeit von Dominik Mai:

Link: Studie – Mehr als ein Drittel der bayerischen Schülerzeitungen wird zensiert

Sowohl Schulleitung als auch beratende Lehrkräfte greifen gerne schon vor dem Druck ein und streichen oder zensieren Artikel. Ein derartiges Eingreifen ist dabei überhaupt nicht vorgesehen. Die meisten Lehrkräfte und Schulleiter kennen sich häufig mit den komplizierten Vorschriften nicht aus und man möchte auch eine kritische Berichterstattung über Lehrer und die Schule unterbinden.

Mündige Staatsbürger entwickeln sich nicht durch Zensur und Repressalien in der Schule. In den Landesgesetzen müssen alle Vorschriften gestrichen werden, die den Schulen die Beschneidung der Pressefreiheit bei Schülerzeitungen ermöglichen. Eingriffe durch die Schule müssen sich auf Rechtsverstöße beschränken. Idealerweise erscheinen die Schülerzeitungen völlig eigenverantwortlich unter dem jeweiligen Landespressegesetz.

Über den Autoren Björn Bendig

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