Presserat wird Onlinerat: 60 Prozent der Beschwerden betreffen Online-Medien

Presserat wird Onlinerat: 60 Prozent der Beschwerden betreffen Online-Medien

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Den Presserat erreichen immer mehr Beschwerden gegen  Online-Veröffentlichungen. „In fast 60 Prozent der Fälle, die im Jahr 2013 anhand des Pressekodex zu prüfen waren, ging es um Beiträge, Fotos oder Videos auf Online-Seiten von Zeitungen und Zeitschriften. Hier ist über die vergangenen Jahre ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen“, sagte Ursula Ernst, Sprecherin des Deutschen Presserats vor der Jahrespressekonferenz am 19. Februar.

Insgesamt bleibt der Presserat auch 2013 weiter ein gesuchter Ansprechpartner: 1.347 Menschen wandten an die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse, um redaktionelle Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften und deren Online-Seiten anhand des Kodex prüfen zu lassen. Damit bleibt die Zahl der Beschwerden nach 2012 (1.500) und 2011 (1.323) auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau. Ernst: „Der Presserat ist ein Garant für Qualität im Journalismus und regt durch seine presseethischen Entscheidungen immer wieder die kritische Selbstreflexion in der Medienbranche an.“

Auffallend ist: 2013 erhielt der Presserat  weniger Sammelbeschwerden. Im Jahr 2012 (1.500) sowie auch im Beschwerde-Rekordjahr 2010, als 1.661 Beschwerden eingingen, zogen einzelne Berichterstattungen einen regelrechten Strom von Beschwerden nach sich (2010: Loveparade-Katastrophe mit 245 Beschwerden, Titanic mit „Kirche heute“ mit 200 Beschwerden,  2012: Papst-Cover Titanic mit 180 Beschwerden, Post-von-Wagner-Kolumne mit 70 Beschwerden). 2013 erreichten lediglich 129 Sammelbeschwerden den Presserat, die größte und bekannteste war die gerügte Kolumne in der TAZ zur Wahl des Papstes (49 Beschwerden zur Print- und Online-Veröffentlichung). Darüber hinaus polarisierte eine satirische Postkarte der TITANIC zur Diskussion in der katholischen Kirche um die „Pille danach“ (17 Beschwerden) sowie die Berichterstattung „Die Tricks der Optiker“ im STERN (23 Beschwerden) und eine Berichterstattung der BILD über die E-Zigarette (9 Beschwerden).

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